Nine People Are About to Be Flogged Because of a YouTube Video
Ein Strafgericht in der Provinz Qom, Iran, hat die Sängerin Parastoo Ahmadi und acht Mitglieder ihres Produktionsteams zu je 74 Peitschenhieben verurteilt. Kein Stadionaufruhr. Keine Aufwiegelung. Keine kriminelle Verschwörung. Ein Konzert, ohne Publikum gefilmt, auf YouTube live gestreamt, in einer Karawanserei aus dem 17. Jahrhundert in der iranischen Wüste. Das ist alles. Das ist das gesamte Vergehen.
Jede der neun verurteilten Personen erhielt außerdem ein zweijähriges Ausreiseverbot und ein zweijähriges Verbot jeglicher künstlerischer Tätigkeit. Die Justiz erhob Anklage nach Artikel 638 des Islamischen Strafgesetzbuches und Artikel 743 des Gesetzes über Computerkriminalität.
Was war der anstößige Inhalt? Ahmadi trat ohne Hijab auf. Sie sang gemeinsam mit männlichen Musikern. Sie erschien auf der Kamera als Frau, die in ihrem eigenen Land Kunst schafft.
The Concert That Triggered a Criminal Case
Im Dezember 2024 organisierte Parastoo Ahmadi ein „imaginäres Konzert”, das in der Deir-e Gachin Caravanserai aufgezeichnet wurde – einem historischen Bauwerk aus der Safaviden-Ära in der Wüste Maranjab –, und streamte es live auf YouTube. Ahmadi, geboren 1997, erlangte 2022 während des Aufstands „Woman, Life, Freedom” große Aufmerksamkeit durch ihre Interpretation von Az Khoon-e Javanan-e Vatan. Die iranischen Behörden nahmen sie und ihr Team fest; Anfang 2025 wurden sie gegen Kaution freigelassen. Die Verurteilung im Juni 2026 schließt dieses Verfahren ab.
What “74 Lashes” Means Under Iranian Law
Die Zahl 74 ist nicht willkürlich. Im Rahmen des Islamischen Strafgesetzbuches des Iran fällt die Auspeitschung wegen Verletzung der öffentlichen Sittlichkeit unter ta’zir – eine Ermessensskategorie mit spezifischen numerischen Strafmaßgaben. Einzelheiten wurden durch HRANA und Hengaw bekannt. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen die Verurteilung als Teil einer Kampagne zur Unterdrückung des künstlerischen Ausdrucks von Frauen im Nachgang der Proteste von 2022.
The Systematic Pattern Nobody in the West Wants to Name Directly
Dies ist keine Anomalie. Es ist eine Politik. Seit die Proteste „Woman, Life, Freedom”, ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini in Gewahrsam der Sittenpolizei, das Land erschütterten, hat die iranische Justiz hunderte Verfahren gegen Künstlerinnen und Aktivistinnen eingeleitet. Kulturelle Strafverfolgungen sind billiger als Masseninternierungen, gezielter als pauschale Zensur und wesentlich wirksamer, wenn es darum geht, gesellschaftliche Selbstzensur zu erzwingen.
Parastoo Ahmadi hat ein Konzert gegeben. Der iranische Staat hat daraus eine Warnung gemacht.
International Response
Amnesty International hat die Verurteilung verurteilt. Die iranische Justiz hat sich nicht öffentlich geäußert. Keine bedeutende Regierung hat daraufhin ihren Botschafter abberufen.
Sources
- HRANA: Parastoo Ahmadi and team sentenced to flogging and artistic ban
- Hengaw: Reporting on Parastoo Ahmadi case proceedings
- The Guardian: Iranian singer sentenced to 74 lashes
- Jerusalem Post: Charges under Articles 638 and 743
- Hindustan Times: Caravanserai Concert background
About the Author
Ein investigativer Journalist, angetrieben von schwarzem Kaffee, jahrelangen Recherchen im Internets und dem hartnäckigen Verdacht, dass jede Regierung, die eine Sängerin wegen eines YouTube-Videos verfolgt, tief in ihrer Struktur Angst vor etwas hat, das sie niemals öffentlich zugeben wird.